Hodenkrebs ist heilbar!

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Hodenkrebs ist zu fast 100% heilbar.
Wenn er rechtzeitig erkannt wird, sind es 100%!
Aber vorsicht, er ist sehr agressiv und fängt recht früh an, zu streuen!

Prävention:
Recht einfach, man muss es nur tun: Regelmäßig die Hoden in die Hand nehmen und betasten.
Bei irgendwelchen Veränderungen, und wenn sie noch so klein sind, sofort zum Arzt, am besten gleich zum Urologen!
Bringt das auch Euren Söhnen bei, sobald die Pubertät beginnt.


Was passiert da eigentlich:

Bei der Hodenoperation wird ein ca 10cm langer Schnitt längs der Leiste gemacht. Dort kann man den Hoden mitsammt aller zugehörigen Strängen herausnehmen, weil die Hoden im Nierenbereich angelegt und dort "aufgehängt" sind. Deshalb wandern sie beim Embryo in den Hodensack. Bei manchen Jungen auch nicht, dann liegt ein Hodenhochstand vor, der medizinisch behandelt wird.
Nach dem Entfernen des Hodens werden die Stränge abgetrennt und der Schnitt zugenäht oder geklammert.
Das ziept manchmal ganz schön!
Nach sieben Tagen werden die Klammern entfernt, und man hofft, dass dann alles gut verheilt ist. Meistens bildet sich dennoch eine kleine Tasche, in der noch Wundsekrete sind. Diese wird Verbandstechnisch offen gehalten, damit alles herauskommen kann und die Tasche von unten her zuheilt.

Ich hatte vorher auch gemeint, dass man durch den Hodensack auf die Hoden zugreifen würde.

Ein eher drastischer Verlauf des Hodenkrebses 

Der (bisherige) Verlauf meiner Behandlung:
Es ging sehr schnell:

Anfang Juni 2007 ertastete ich an einem Donnerstagabend eine Veränderung am rechten Hoden, er war hart, als wenn eine Murmel drinsteckt.
Freitag habe ich einen Termin beim Urologen gemacht.
Montag bin ich zum Urologen gegangen, wo dieser bei einer Ultraschalluntersuchung eine runde abgesetzte Veränderung im Hoden feststellte.
Dienstag musste ich Blut abgeben, und Donnerstags sollte ich die Ergebnisse aus dem Labor erfahren.
Abends rief die Praxis mich an: Schon Donnerstagmorgen ins Krankenhaus.

Im Krankenhaus bin ich vormittags gründlich untersucht worden und habe die üblichen Vorgespräche zur Hoden-OP geführt, und um halb zwei wurde ich zur OP geholt. Abends konnte ich im Krankenzimmer endlich was essen.
Freitag danach musste ich zum CT, wo mein Körper von Hals bis Becken gescannt wurde, um feststellen zu können, ob sich schon Metastasen gebildet haben.
Am folgenden Dienstag wurde ich Mittags endlich entlassen, nach dem die Befunde endlich vorlagen.
Bei mir wurden noch keine Metastasen festgestellt.
Ich hatte das Krankenhaus dann schon satt, weil ich nicht mehr so angeschlagen war, dass ich im Bett liegen muss, und dann ist es dort trotz Fernsehen irgendwie langweilig.

Danach wurde ich alle paar Tage beim Urologen verbunden.

Drei Wochen später wurde der erste Zyklus einer eher leichten Chemotherapie mit Monocarboplatin durchgeführt, da man nie sicher sein kann, dass der Hodentumor nicht gestreut hat. Die Chemotherapie soll bewirken, dass solche Krebszellen vernichtet werden, wenn sie noch irgendwo sind.
Nach dem ich morgens eine Ampulle Kochsalzlösung, eine Ampulle 5%-Glukoselösung mit Monocarboplatin und Cortison, und eine kleine Ampulle mit Kochsalzlösung zum Ausspülen bekommen hatte, ging es mir eigentlich gut, und ich hatte Hunger wie ein Wolf.
Abend habe ich dann viermal gebrochen, bis nur noch Galle kam.
Morgens danach wollte das Brötchen nicht drinbleiben, aber danach blieben ein Ei, Kaffee und Knäckebrot drinne. Es war mir aber noch bis abends etwas kodderig.
Am Donnerstag ging es mir recht gut, aber am Freitag war ich richtig krank, fast nur im Bett. Naja, es ist ja halt eine Vergiftung.

Montag war ich zum Arzt, die Laborwerte und den nächsten Termin besprechen.
Es waren keine Auffälligkeiten in den Werten vorhanden. saturn.gif

Mitte August war der zweite Zyklus der Chemotherpie. Der Verlauf war wie bei der ersten, nur dass ich den Zugang bis zum nächsten Morgen gehabt habe, was ganz praktisch war, weil ich so noch ein Mittel gegen das Erbrechen bekommen konnte.
Aber auch dieses mal war ich Freitags richtig "krank".


Was das für eine Rennerei ist, eine Bescheinigung für die Krankenhaustagegeldversicherung zu bekommen. Als ich vor Jahren wegen eine Nasenoperation in einem anderen Krankenhaus war, war es kein Thema, eine solche (gegen Gebühr) bei der Anmeldung zu bekommen. Und das war auch ein Belegarzt, so wie der Urologe in Wesel.

Ende August 2007 war ich zum CT, der Röntgenarzt hat vergrößerte Lymphknoten in der Lunge festgestellt, aber das CT war nur auf den Bauch beschränkt; am anfang September soll ich nochmal zum CT, diesmal will er die Lunge scannen.
Metastasen konnte er nicht entdecken.
Naja, es sind recht große Lymphknoten vorhanden, aber die haben sich praktisch in über zwei Monaten nicht verändert (Die CT-Bilder sind zum verwechseln gleich)

Seit dem 10. September 2007 ging ich wieder arbeiten. Die ersten Wochen fielen mir ganz schön schwer...

Mitte November 2007 hatte ich die erste Nachuntersuchung hinter mir: Keine Anzeichen von Krebsmarkern, nur das Testosteron ist deutlich zu niedrig, das wird jetzt mit einer Salbe, die Testosteron enthält, ausgeglichen.
Vor Weihnachten wurde noch mal der Testosteronspiegel gemessen und weiter Testogel gegeben.

Ende Januar war ich wieder zum CT der Lunge wegen der deutlich sichtbaren Lympfknoten. Da sie sich seit dem ersten Lungen-CT nicht verändert haben, geht der Arzt davon aus, dass von dort keine Gefahr droht. Das nächste Lungen-CT sollte im Juli 2008 sein.

Anfang Februar 2008 war ich noch mal zum Arzt, die Ergebnisse besprechen. Alles ok. 
Das nächste CT des Abdomen sollte im April durchgeführt werden.

Also, was ich jetzt noch nachwerfen möchte, sind meine Depressionen und das Gefühl, immer unausgeruht zu sein. Vielleicht hätte ich mich nicht so in die Kimiei-Sache reinsteigern sollen.....
Mittlerweile weiß ich, dass ich eine Entzündung in der Lunge habe/hatte.

Im April 2008 war wieder CT, alles OK. Statt Testogel habe ich eine Dreimonatsspritze bekommen.
Die soll besser wirken als das olle Zeug.  Naja, jedenfall blieb mir das Einschmieren erspart.

Im August 2008 war noch mal CT des Thorax. Diesmal hat eine Röntgenärztin mit mir die Ergebnisse besprochen, und diese meinte, dass ich mal abklären lassen sollte, ob sich bei den vergrößerten Lymphknoten in der Lunge nicht vielleicht um Sarkoidose handelt. Ich lasse mir seit dem auch keine Hormone mehr verschreiben, und ich glaube, dass ich mich nicht schlechter fühle.

Im Herbst 2008 wurde ich noch untersucht, was das mit den vergrößerten Lymphknoten in der Lunge auf sich hat. Ich inhaliere jetzt morgens und abends, weil sich stark erhöhte Entzündungswerte in der Lunge fanden. Bei der ersten Nachkontrolle wurde festgestellt, dass die Entzündungswerte deutlich besser geworden sind.
Da ich mich mittlerweile vitaler fühle, muss es an dieser Entzündung gelegen haben, dass ich mich immer so unausgeruht gefühlt habe.  

Im November 2008 hatte ich wieder ein Abdomen-CT, diesmal zusätzlich mit Kontrastmittel rektal eingebracht. Unangenehm. Die Besprechung beim Onkologen ergab, dass weiterhin alles O.K. ist.

Ende November hatte ich einen Termin in der Klinik zwecks Diagnose der Lunge, dabei wurde eine Gewebeprobe entnommen. Den Befund habe Anfang Januar 2009 mit dem Pneumologen besprochen, es besteht auch hier kein Grund zu Sorge, Sarkoidose wurde nicht festgestellt.

Im April 2009 hatte ich wieder meinen Nachsorgetermin, glücklicherweise wieder ohne Befund.
Der Pneumologe hat meine Kortisondosis wieder auf zwei mal Budecort 400 erhöht, da die Entzündungswerte wieder zugenommen haben. Nach dem zweiten Termin waren die Werte wieder im guten Bereich, aber ich soll die Dosis noch vier Wochen weiternehmen. Naja.

Im Dezember 2009 war wieder Nachsorgetermin. Es gab wieder keinen Befund. Mit der Lunge ist es immer das Gleiche: Die Entzündungswerte sind zu hoch und ich habe keine Beschwerden. Wir arbeiten daran.

In diese Seite werde ich erst wieder etwas eintragen, wenn sich wieder Erwarten neue Probleme mit der Gesundheit eingeben.

Die Folgen für mich sind, Gott sei dank, eher gering geblieben: Außer einem Hoden habe ich bisher nichts verloren.

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